Der Rundwanderweg A6 beginnt am Bartholdskrug, einem alten Gasthaus in Fachwerkbauweise aus dem Jahr 1713. Der Krug war Zollhebestelle an der Grenze zwischen Lippe und Preußen. Um 1818, als Preußen rigorose Einfuhrzölle einführte, entwickelte sich ein reger Schmuggelhandel von Lippe nach Preußen, und der Bartholdskrug erwarb sich den Ruf als Schmugglernest.
Die Fuhrleute kamen über den Senner Hellweg, einer alten Heer- und Handelsstraße. Der Hellweg zählt zu den ältesten Fernwegen südlich des Teutoburger Waldes. Sie folgen dem Senner Hellweg in norwestlicher Richtung. Nach ca. 450 m überqueren Sie eine Holzbrücke über den Menkhauser Bach. Dieser Bach wird auch Schopke (Schafsbach) genannt. Der Name deutet darauf hin, dass hier früher große Schafherden aus der Senne gewaschen wurden, bevor sie zum Verkauf auf dem Schafmarkt nach Paderborn getrieben wurden.
Unter der Brücke wird das Wasser geteilt und fließt in zwei Bächen weiter. Mit etwas Glück kann man hier die Wasseramsel entdecken.
Folgen Sie der Beschilderung zum Haus Neuland. Hier beginnt der sennetypische Kiefernwald. Auf dem lichten Sandboden wachsen Heidelbeeren und im Frühjahr entdeckt man hier den Siebenstern. Dieser hat eine kleine sternförmige Blüte, die aus 7 Blütenblättern besteht. Wer allerdings nachzählt, findet aber auch sechs und acht Blütenblätter. Sie folgen dem A6, bis Sie an einem rötlich gestrichenen Fachwerkhaus wieder auf den Bach, der hier „Schopke“ heißt, treffen. Links hinter der Brücke finden wir einen Quelltopf. Wenn die Quelle sprudelt, wird am Grund der Sand aufgewirbelt.
Dann wandern Sie am Bachufer des Schopkebaches entlang. Auf der linken Seite steht nach ca. 150 m ein alter Grenzstein. Er bezeichnet die Grenze zwischen Lippe und Preußen. Am Hang auf der rechten Seite erstreckt sich der Buchenwald des Menkhauser Berges. An einigen kleinen Aufschlüssen wird das Kalkgestein der südlichen Kette des Teutoburger Waldes sichtbar.
Vorbei an der ehemaligen Gaststätte „Schopketal“ - heute ist hier eine Hundeschule untergebracht - gelangen wir an eine T-Kreuzung. Gegenüber befindet sich das Kerbtal des Schopkebaches. Gehen Sie nach rechts. Eine beeindruckende Buche zeigt hier ihre von Wind und Regen freigespülten Baumwurzeln. Rechts dahinter liegt die zum Wohnhaus umgebaute Friedhofsmühle, eine alte Ölmühle. Die Pumpstation in dem kleinen weißgrünen Haus ermöglichte die Wasserversorgung in Oerlinghausen ab 1912. Von hier aus wurde das Wasser in einen Hochbehälter auf den Tönsberg gepumpt und konnte von dort in die Haushalte verteilt werden. Verlassen Sie jetzt das Schopketal über den A6. Nun folgt der Anstieg nach Oerlinghausen zur Alexanderkirche. Beim Rückweg führt der A6 über den alten Lipperreiher Kirch- und Leichweg. Diesen Weg nutzten die Bewohner der Senne im Umkreis des Bartholdskruges, um zum Gottesdienst nach Oerlinghausen zu kommen und um ihre Toten zum Friedhof, der sich bis 1860 rund um die Kirche befand, zu bringen. Durch die „Kirchtwete“ geht es über die „Göddernstraße“ zum Schützenhaus auf den Steinbült. Der A6 führt über die Kuppe des Menkhauser Berges wieder bergab in die Senne. Bald wandern wir parallel zur Tunnelstraße. Diese Straße wurde von 1993 bis 1997 gebaut. Ein Tunnel von 492 m Länge musste dafür durch den Kalkstein des Menkhauser Berges getrieben werden. Am Weg „Unter dem Menkhauser Berg“ geht es nach rechts unter der Tunnelstraße durch. An einer Schutzhütte biegen wir nach links ab. Hier beginnt wieder der Kiefernwald. Über Sandwege geht es zurück zum Wanderparkplatz Bartholdskrug.